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Die 3 häufigsten Denkfehler von Job-Suchenden

In meiner Tätigkeit als Personalberaterin und Karriere-Coach betreute ich schon Hunderte Kandidaten und Kandidatinnen. Dabei erlebe ich immer wieder, wie unterschiedlich Menschen an die Herausforderung "Stellensuche" herangehen. Einige halten sich selbst mit falschen Glaubenssätzen davon ab, eine wirklich passende Aufgabe zu finden.

Der Wechsel einer Arbeitsstelle ist immer ein Einschnitt im Leben - ganz egal, ob er selber initiiert ist oder man dazu von Aussen "gezwungen" wird. Die Fragen, die dabei hochkommen, bedeuten viel Reflexion über sich, seine Werte und seine Zukunftsvorstellungen. Manchmal kommen dabei nicht nur konstruktive Gedanken auf, sondern es können auch selbstkritische oder gar abwertende, negative Betrachtungsweisen auftauchen. Zu wissen, wie stark sich die eigene Meinung auf die eigene Stellensuche auswirkt, finde ich essenziell. Denn egal ob Du an deinen Erfolg glaubst oder an deinen Misserfolg - Du wirst recht haben. Wir passen unsere Taten unseren Gedanken an, natürlich unbewusst. Vielleicht sind wir so wählerisch / eingeschränkt in unseren Vorstellungen, dass wir den Traumjob leichtfertig verpassen. Hier sind die drei Glaubenssätze, die mir am häufigsten begegnen:

"Die Anforderungen im Jobbeschrieb kann ich niemals alle erfüllen"

Wie oft höre ich das. Mittlerweile rate ich meinen Kandidaten (nur halb im Scherz), diesen Abschnitt der Anforderungen gar nicht erst zu lesen, sondern sich ganz auf die Jobbeschreibung zu fokussieren. Entsprechen die zukünftig erwünschten Tätigkeiten dem, was dort steht? Tönen die Aufgaben spannend?

Die Anforderungen sind manchmal dermassen umfangreich und hoch gesteckt, dass diesen sowieso niemand gerecht werden kann. Kein Mensch bringt all diese Fähigkeiten in genau dem gewünschten Umfang mit. Und schliesslich wird immer noch ein Mensch gesucht, mit Stärken und Schwächen. Wenn man glaubt, jeden einzelnen Anforderungspunkt dieser Wunschliste erfüllen zu müssen, dann sind die eigenen Erwartungen an sich selber zu hoch - und die Realität sieht sowieso anders aus. Wenn Dich eine Stelle also interessiert, dann bewirb Dich. Nur Mut!

"Ich habe Lücken im Lebenslauf - das ist bestimmt ein Manko!

Wenn dein Lebenslauf viele Wechsel aufweist, vielleicht temporäre oder kürzere Anstellungen, Kündigungen, unerklärte Lücken, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du in der Tat nicht eingeladen wirst zum Vorstellungsgespräch oder dich dann lang und breit erklären musst.

Was ich in den 12 Jahren beobachtet habe, in denen ich nun im HR-Bereich arbeite, ist aber erfreulich: Heute werden Lücken nicht mehr negativ interpretiert. Wenn Du weisst, wie Du sie "richtig rüberbringst", dann können sie Dir sogar zum Vorteil gereichen. Gerade jüngere, innovative Firmen setzen auf MitarbeiterInnen, deren Lebenslauf eine gewisse Flexibilität und Dynamik ausdrückt. Dazu gehört nicht, mit 35 Jahren schon 15 Jahre bei der selben Firma gearbeitet zu haben.

Wichtiger ist, dass man offen ist für neue Branchen, dass man schnell lernt und begeisterungsfähig ist. Eine lange Reise, eine soziale Aktivität, ein originelles Hobby können Offenheit, Originalität, Kreativität ausdrücken und dürfen gern im CV erwähnt werden, sie bringen je nach Unternehmen sogar Pluspunkte. Als ich bei Google arbeitete, habe ich beispielsweise auch immer auf die Hobbies der Bewerber und auf Interessen und Aktivitäten (bspw. die Teilnahme an "Programmier-Olympiaden) geachtet! Meines Wissens tun das auch ganz viele andere Arbeitgeber.

Wichtig ist, dass die Wechsel oder Lücken im Lebenslauf erklärt werden. Das ist aber eine Bringschuld von Dir - das heisst, es ist wichtig, im CV oder Motivationsbrief entsprechende (kurze!) Erklärungen zu liefern. Auch wenn Du dann im Interview vor Ort bist, musst Du zu deinen Lücken stehen und kannst auch sagen, was Du in dieser Zeit gelernt hast. Übrigens kann man nicht nur mit den richtigen Worten überzeugen, sondern auch mit der Gestaltung. Und DA liegt wirklich noch viel Potenzial. Die meisten CVs überzeugen optisch noch nicht - was sehr schade ist, denn ein gutes Design, das deine Persönlichkeit rüberbringt, kann zu Einladungen verhelfen, wo sonst die Türen verschlossen bleiben.

"Es gibt bestimmt viele bessere Kandidaten für diese Aufgabe"

Das klassische Beispiel, wenn jemand nicht viel Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten hat. Wir dürfen es uns selbst nicht schwerer machen, als es ist! Nimm deine dekonstruktiven Gedankenmuster unter die Lupe! Frage Dich, was deine einzigartigen Eigenschaften sind. Auch wenn in unserer Gesellschaft vor allem Leistung zählt, so bist Du doch ein menschliches "Gesamtpaket" mit einer individuellen Mischung von Stärken, Talenten, Werten, Schwächen, Fähigkeiten. Und das ist, was zählt. Hör auf, Dich zu vergleichen. Orientiere Dich nicht an den Mitbewerbern und was die - vermeintlich - alles mitbringen und besser können, sondern konzentriere Dich auf was, worin DU gut bist. Stärke Dich und lass Dich nicht von eigenen negativen Mustern runterziehen.

Mach Dir auch bewusst, dass es sich bei der Jobsuche um eine Phase handelt. Eine Periode in unserem Berufsleben, die vorübergeht, die viele Menschen mehrmals erleben und die viele Möglichkeiten zur Entwicklung, zur Selbstreflexion bietet. Eine Phase, wo man auch Dinge korrigieren und viel Neues lernen kann. Geniess die neuen Erfahrungen, die sie Dir bietet und gehe mit dem Fluss des Lebens, der Dich an einen spannenden Ort führen wird.

Viel Freude wünsche ich Dir!

Mein Angebot: CV-Coaching / Optimierung der Bewerbungs-Unterlagen / Strategien für erfolgreiche Bewerbungen.

Frag mich einfach an, wenn Du Bedarf hast.

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